Katholische Erwachsenenbildung: 2018 mehr als 31.000 Angebote

Mit über 31.000 Veranstaltungen und rund 720.000 Teilnahmen ist die katholische Erwachsenenbildung weiterhin einer der größten Player in Österreich in diesem Bereich. Das macht der jetzt erschienene Jahresbericht 2018 des "Forums Katholischer Erwachsenenbildung", dem 75 Organisationen angehören, deutlich. Um dieses Niveau auch weiter halten zu können, brauche es allerdings mehr Unterstützung seitens politischer Verantwortungsträger, so Christian Kopf, Vorstandsvorsitzender des Forums und Leiter des Bildungshauses Batschuns; "denn 0,5 Prozent vom aktuellen Bundesbildungsbudget als Strukturförderung für Erwachsenenbildung sind ein Armutszeugnis für das Bildungs- und Kulturland Österreich".

Die Säulen der Erwachsenenbildung dürften nicht weiter ausgehungert werden, so die Forderung des Dachverbandes. Was alljährlich für hunderttausende Menschen in Österreich geleistet werde, dürfe nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden: "Jeder in Bildungshäuser, Volkshochschulen, Bildungswerke und WIFI investierte Euro ist eine Investition für Österreich und macht sich hundertfach bezahlt. Denn teurer als Bildung ist gar keine Bildung", so Kopf.

Die seit Jahrzehnten konstante Teilnehmerzahl ist für Kopf keine Selbstverständlichkeit. "Die Zahl der Anbieter ist in den letzten Jahren sehr stark gewachsen und unüberschaubar geworden. Mit einem profilierten und teilnehmerorientierten Angebot gelingt es den Mitgliedorganisationen sich gut zu behaupten."

Bildung ist kirchliches Kerngeschäft

Erwachsenenbildung gehört für den Experten zum Kerngeschäft der Kirche. Wer das nicht begreife, übersehe die unverzichtbare Brückenfunktion zwischen Kirche und Gesellschaft, die Bildungseinrichtungen haben. "Katholische Erwachsenenbildung wirkt in alle Milieus der Gesellschaft, stärkt Frauen und Männer in ihren Kompetenzen und ihrem gesellschaftlichen und kirchlichen Mitgestalten. Daher bedeutet eine Schwächung der Erwachsenenbildung auch eine Schwächung der katholischen Kirche insgesamt." Dass der Bildungsauftrag unabdingbar zum Auftrag der Kirche gehöre, verdeutlichte auch Ernst Sandriesser, Geschäftsführer des Forums: "Er bricht eine eng geführte binnenkirchliche Perspektive auf und ist ein Stück Dienst am Menschen, seiner Selbstfindung und seiner Selbsterfüllung."

Der Jahresbericht gibt einen Überblick über die Aktivitäten und Akzente, die von der Dachorganisation und den einzelnen Mitgliedsorganisationen im vergangenen Berichtsjahr gesetzt wurden. Besonders positiv für die Erwachsenenbildung war die Eröffnung des neugebauten Bildungshauses St. Michael in Tirol. Mit der Entwicklung eines neuen Zentrums für Bildung, Kunst und Kultur bis 2025 rückt auch die Katholische Kirche Steiermark die Erwachsenenbildung vom Rand in die Mitte.

Inhaltlich standen im Vorjahr die Themen Digitalisierung & Social Media, 100 Jahre Republik Österreich, Beziehung leben in der Familie und am Arbeitsplatz und die aktive und demokratische Mitgestaltung der gesellschaftlichen Veränderungen im Mittelpunkt. Lokale Bildungsteams entwickeln an über 3.000 Orten in ganz Österreich passgenaue Angebote, die sich an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientierten. (Infos: www.forumkeb.at)

(ende) jmo/hkl/

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