TheoTag mit Don Bosco

Viele Fragen beim Informationstag der Kirche in Wien.

Wissen Sie, ob Gott existiert? Was ist der Sinn des Lebens? Wie bewirbt man sich für das Kadinalsamt? Um teils knifflige Fragen drehte sich am Donnerstagnachmittag der Höhepunkt des Wiener "TheoTags", bei dem Kardinal Christoph Schönborn hunderten in der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule (KPH) Wien-Krems anwesenden Schülern bereitwillig Rede und Antwort stand. 

Sind alle Religionen gleichermaßen wahr, lautete da eine Schülerfrage. "Positive Elemente" fänden sich in jeder Religion, sagte Schönborn dazu, sei Religion doch eine "Grundhaltung des Menschen". 

Nicht fehlen durften auch die Themen Beziehung und Sexualität: Ob er jemals verliebt gewesen sei? "Ja. Reicht das?", so Schönborn. Auch er kenne die reale Sehnsucht nach Familie, und hätte er geheiratet, wäre er mit seinen 72 Jahren "schon Großvater" und zählte "zu den Oldies - hoffentlich nicht zu den Grufties", bekannte er.

Keinen Menschen verurteilen
Wie er zum Thema Verhütung stehe? "Ich praktiziere sie nicht", so der Kardinal geistesgegenwärtig. Zum Problemthema Abtreibung erklärte Schönborn, er sei hier schon mit "vielen positiven und negativen Erlebnissen" konfrontiert worden. Klar sei, dass das Leben "heilig" sei; gleichzeitig dürfe kein Mensch verurteilt werden.

Selbst der Frage "Was macht man, wenn man beim Konklave aufs Klo muss?" wich der Wiener Erzbischof, der erst in der Nacht zuvor aus Rom zurückgekehrt war, nicht aus: "Dann geht man dort hin." Für alle Fälle gebe es hinter der Sixtina ein "stilles Örtchen", hätten doch auch Kardinäle ihre Bedürfnisse.

Don Bosco war mit dabei
Die Moderation der anspruchsvollen Fragestunde lag in den Händen von Maria-Theres Welich aus dem Wiener Don Bosco Haus. Weitere salesianische Inputs kamen von Pater Andreas Kühne SDB und Michal Klucka SDB: Die Kapelle wurde als Begegnungsraum zur "Atempause" gestaltet. Beim Workshop "Streetworker Gottes" ging es um die Pädagogik Don Boscos.

Mit den "TheoTagen" bieten österreichische Diözesen Schülern Gelegenheit, sich ein Bild von der Kirche als Arbeitgeberin zu machen. Mitarbeiter geben Einblicke in vielfältige Berufsmöglichkeiten wie Jugendleiter, Entwicklungshelfer, Pastoralassistent, Religionslehrer, theologische Forscher oder Priester. Bei Workshops und persönlichen Gesprächen können Maturanten und ältere Jugendliche mit Verantwortlichen der Kirchenleitung ins Gespräch kommen. 

(KAP/red)
(Foto: KAP)

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