Tag des Judentums

Um die 100 Interessierten kamen am 18. Jänner 2016, um im Festsaal des Hietzinger Amtshauses unserer jüdischen Mitbürger in Hietzing zu gedenken.

Der Tag des Judentums wird österreichweit am 17. Jänner gefeiert – ein Tag vor der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen, welche alljährlich vom 18. bis 25. Jänner stattfindet. Es ist ein Besinnungstag, ein Lern- und Lehrtag für die Kirchen. Ein Tag, um trotz aller Verschiedenheit das gemeinsame Fundament – die Verwurzelung im Judentum – ins Bewusstsein zu rufen, um Gespräche zu ermöglichen, um Versöhnung zu ermöglichen.

Kristin Hübner im Namen der ökumenisch vernetzten Dekanate 13-19 führte das Publikum durch das Programm und stimmte mit dem Psalm 122 ein.
Ihr folgte Pastor Prof. Helmut Nausner, (Vizepräsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit) der die Bedeutung und Wichtigkeit des Gedenktages betonte.
Dr. Pierre Genée (Synagogenforscher) erzählte uns neben anderen Synagogen v.a. von der Synagoge in der Eitelbergergasse in Hietzing. Diese ist der  einzig freistehende Synagogenbau, der in der Zwischenkriegszeit in Wien errichtet und im Jahr 1938 zerstört wurde. Dank der Bezirksvertretung Hietzing erinnert seit 2004 ein Denkmal daran.
Dr. Robert Streibel (Direktor des VHS Hietzing) ließ uns in das Leben jüdischer Gemeinde vor 1938 einblicken, wies auf die rund 300 aus dem Bezirk deportierten Menschen hin. Einen Überraschungsgast hatte er auch mitgebracht: Susanna Germano, Autorin u.a. von „Das geglückte Leben“ bzw. „Faust I und die Tante Helene – Roman einer Kindheit“. Sie lies Ausschnitte aus ihrem Buch vor, welche autobiografische Szenen aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg darstellten.
Diesem Programmteil folgte das „Gebet für die Toten“ in Original-, dann in deutscher Sprache, vorgetragen vom Generalsekretär der IKG Raimund Fastenbauer, der später über das jüdische Leben in Wien in der heutigen Zeit berichtete.
Einmal mehr wurde darauf hingewiesen, dass Gedenken und Erinnern dann sinnvoll sind, wenn der Bezug zur Gegenwart gestellt wird.
Ökumenisches Gebet rundete das Programm ab.
Bei der anschließenden Agape gab es u.a. Gelegenheit für Fragen an die Vortragende oder auch an die Bezirksvorsteherin Silke Kobald, aber auch für andere interessante Gespräche und Diskussionen.

Eine erfolgreiche und höchstinteressante Veranstaltung in Kooperation mit der VHS Hietzing und der Bezirksvertretung Hietzing!

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